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Unterstützung?

Heute am #PostDonnerstag habe ich keine Bilder für euch sondern mal etwas mehr Text zum nachdenken und vielleicht auch beherzigen!? Also, für die, die keinen Bock auf viel Text haben, wir sehen uns nächste Woche. Alle die, die bleiben, ich bin sehr auf eure Reaktionen gespannt!

Vielleicht spreche ich hier ja auch ein heikles Thema an!? Wichtig: Was ich vorab aber noch mal betonen möchte, hier soll sich niemand persönlich angegriffen oder angesprochen fühlen. Los geht´s!

Es geht um das Thema Selbstständigkeit. Ich als Beispiel, bin selbstständig, und habe nach nun 3 Jahren so allmählich Fuß gefasst in meiner Branche. Es ist wirklich sehr schwierig als selbstständiger, denn es gibt so vieles auf das man achten muss, bzw. was man (er)lernen muss. Das fängt schon mal ganz simpel mit der Buchhaltung an, geht über Kalkulationen was den Preis angeht und noch vieles mehr…

…erst mal auf die Nase fallen

Solche Dinge lernt man nicht in der Schule, bzw. nicht so, wie man sie im Alltag später gebrauchen könnte. Man fällt dazu in den ersten Jahren doch öfters mal auf die Nase, als ich mir das damals, so gutgläubig wie ich war, vorgestellt hatte. Seien es eigene (Anfänger)Fehler, die man mal gemacht hat, sei es ein Kunde, der einem weil man noch grün hinter den Ohren ist, den ganzen Arm abreißt obwohl man ihm nur die Hand gereicht hat, oder: man vereinbart etwas und dann kommt es plötzlich doch ganz anders als vereinbart, aber zahlen möchte man für die Mehrarbeit dann doch nicht..kann man am Anfang doch mal machen, oder? … ich könnte noch viel mehr Beispiele aufzählen. Der Anfang ist wirklich hart, schwer und steinig! Man muss sich auf kurz oder lang ein dickeres Fell zulegen und sich abgewöhnen immer „ja“ und „amen“ zu sagen. Und das sage ich jetzt nicht, um Mittleid zu bekommen. Ich möchte euch nur mal am wirklich Alltag teilhaben lassen.

Beispiel: Wie oft bekommt man durch Zufall mit, was andere über den eigenen Beruf so erzählen. „Fotografen verdienen doch richtig krass Kohle. Für die wenige Arbeit hätte ich auch gerne so viel wie der!“

Ist das so? Ich rechne euch mal kurz was vor. Man nehme mal eine Einname von 1000€ am Tag. Klingt auf den ersten Blick nach verdammt viel Geld für einen Tag. Dieser zieht man dann die MwSt. ab, dann ist man schon mal bei ca. 840€. Dann gehen davon nochmal Krankenkasse, Rente, Miete, Kfz-Steuer, Lebensunterhalt und vielleicht noch was Rücklage in einem bestimmten Prozentsatz ab. Am Ende bleiben von den 1000€ vielleicht 350€ übrig. Und dann ist dieser „große Wert“, gar nicht mehr so groß. Als Selbstständiger hat man ganz andere Abgaben als ein Angestellter. Das darf man nie vergessen.

Überall sieht man nur gute Laune, perfekte Menschen, traumhafte Urlaube und ein rundum atemberaubendes Leben. Aber ist das die Realität? Nicht wirklich.

Lasst uns nicht von den Medien in eine falsche Richtung beeinflussen! Wir sollten selbst entscheiden was wir mögen und was nicht.

Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Die, die wir überall zu sehen bekommen. Das „nach außen Leben“ und das „wahre Leben“. Kommen wir aber mal zu der Seite, die man nur sehr selten anspricht, oder von der man nur sehr selten etwas hört! Der Wirklichkeit, das wahre Leben. Unterstützt ihr selbstständige oder Inhaber von kleinen Unternehmen? Wie mich zum Beispiel? Und nein, ich möchte hier jetzt auch keine Likes oder sonst etwas erbetteln. Es ist nur eine Frage. Geht mal in euch und fragt euch, wie ihr „uns“, selbstständige, bisher unterstützt habt!

Eine Frage an euch:

Wenn Lena Gerke einen neuen Jumpsuit rausbringt, dann wollen ihn alle direkt haben. Michael Jordan bringt neue Sportschuhe raus, sie werden direkt vorbestellt. Dr. Dre bringt neue Beats-Kopfhörer raus? Die Leute kaufen sie! Rihanna gibt ein Konzert in Deutschland? Alle zahlen ohne nachzudenken mal so eben über 250€ für ein Ticket.

Ein Freund oder ein Familienmitglied macht sich selbstständig: Alle sind direkt von vorne herein misstrauisch: „Ob DAS mal funktioniert? Ich gebe ihm 6 Monate. Das ist aber schon ganz schön teuer, oder?“. „Puh, für die Arbeit verlangst du so viel Geld?“.

Warum sind wir Menschen so schnell dabei, jemanden zu unterstützen, den wir nicht einmal kennen, und der sowieso schon jede menge Geld hat, aber wir finden eine Milliarde Gründe jemandem, den wir kennen unsere Unterstützung, ganz egal wie, zu verweigern? Denke immer daran: Wenn du Kleinunternehmen unterstützt, dann hilfst DU Familien, ihre Kinder zu ernähren und die Raten für das Haus abzuzahlen, du hilfst jungen Menschen wie mir, sich ein Leben, privat und beruflich aufzubauen, und nicht irgendeinem Promi noch ein paar mehr Nullen hinter den Kontostand zu addieren. Klar, diese haben auch mal klein angefangen, aber geben wir den anderen doch auch eine Chance „erfolgreich“ zu werden.

Unterstützung ist so wichtig!

Ich selbst nehme mich da absolut nicht raus. Ich kaufe ab und zu auch Dinge von „Promis“, aber auch kleine Unternehmen werden von mir unterstützt. Deshalb gehe ich nur als Beispiel zum Bauern in der Nähe und kaufe dort mein Obst und Gemüse, oder ich kaufe Socken bei einer Näherin in der Fußgängerzone bei uns um die Ecke. Denn nur so geht es! Als Gemeinschaft zusammen halten und uns gegenseitig weiterhelfen! Die Großen sowie die Kleinen! Denn ohne viele kleine, gäbe es keine einzelnen Großen. Ich bin froh, tolle Kunden, Freunde und Familie zu haben, die mich und Rauhut Photography unterstützen wo sie nur können. Aber das geht eben leider nicht allen so…

Daher meine BITTE an euch: Wenn also das nächste Mal ein Freund oder Bekannter von euch etwas von seinem kleinen Geschäft oder Unternehmen postet, sei es auf Instagram oder Facebook, dann gebt ihm doch wenigstens ein „Gefällt mir“, teilt oder kommentiert es. Man muss ja noch nicht einmal das Produkt oder die Dienstleistung kaufen! Es hilft aber schon ungemein, durch das verbreiten mehr Bekanntheit zu erlangen, was einem kleinen Unternehmen wirklich viel bringt! So helft ihr, mit einem für euch wirklich kleinen Aufwand. Denn heutzutage wird leider alles über Likes und Reichweite „geregelt“.

Wie oft habe ich schon eine Absage zu einem Job bekommen, weil ich nicht genug Reichweite hätte… Es schmerzt, aber dann ist es leider so. Sollte nicht die Arbeit und das Ergebnis zählen und nicht die Zahl die bei den Follower steht? Ich bin mir sicher, dass einige Firmen bald dahinter kommen, das Reichweite nicht mehr das ist, was sie früher mal war. Denn Likes kaufen, kann man schnell und überall. Man sollte ab und zu mal tiefgründiger schauen, oder

Und ja, natürlich meine ich irgendwie auch mich mit den kleinen Unternehmen. Denn ich bin zur Zeit eben noch ein 1-Mann Unternehmen und am Anfang meiner „Karriere“. Ohne Unterstützung und Hilfe anderer, könnte ich mich und meine Firma kaum aufrecht erhalten. Zum Glück habe ich Kunden, die meine Arbeit zu schätzen wissen, und mich regelmäßig wieder buchen. Ohne diese Menschen könnte ich meinen Job nicht weiter ausüben. Und deshalb bin ich soooo unfassbar dankbar für jede Unterstützung, die ich bekomme. Was die Zukunft bring? Schwierig zu sagen! Es gibt so viele Faktoren die man nicht beeinflussen kann. Die, die man aber beeinflussen kann, sollte man auch so gut es geht nutzten. Denn die härteste Arbeit nutzt nichts, wenn das Ergebnis nicht honoriert bzw. gezeigt/verbreitet wird.

Danke für eure Aufmerksamkeit

So, jetzt habe ich hier auch lang genug „unangenehme Dinge“ angesprochen. Es hatte keinen speziellen Grund dass ich das hier heute schreibe. Mir war es allerdings ein Bedürfnis das mal los zu werden und jetzt fühle ich mich besser. Ich hoffe, ich konnte euch zum Nachdenken oder Grübeln bringen und freue mich über ein Feedback von euch. Wie seht ihr das alles?

Seid ihr auch selbstständig, oder seid ihr angestellt?

Nächste Woche gibt es wieder Bilder und nicht so viel Text, versprochen. Da wir uns aber vor Weihnachten nicht mehr hören, wünsche ich euch allen eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit. Genießt die Zeit mit euren Familien, sie und Gesundheit sind das Wichtigste! Alles andere, lässt sich irgendwie immer Regeln. Also in diesem Sinne, bis die Tage.

 

 

 

1 Comment

  1. 10. Januar 2019 - Antworten

    Gut geschrieben und leider wahr. Das eigene Umfeld versteht so manches mal echt nicht die Stundensätze/Honorare die man berechnet und traut einem auch nicht wirklich viel zu. Zahlt aber ne Menge Kohle für irgend einen „Scheiß“ nur weil dort ein großer Name drauf steht.
    Man sollte echt mal öfter ein bisschen nachdenken und nicht immer blind bzw. gesteuert durch die Weltgeschichte gehen 😉 LG aus dem Münsterland

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